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Vortrag mit Michael Hagemeister: "Unser Körper muss unser Werk sein!"




● Vortrag und Diskussion mit Michael Hagemeister ➝ Teil 〔2〕von: 〔More human than human?〕 Veranstaltungsreihe zur Kritik des Transhumanismus ➝ Hörsaal D (Universitätsstraße 35, 50931 Köln)

● Die Erfolge der Humangenetik und der Erforschung künstlicher Intelligenz haben in jüngster Zeit die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Verwandlung der menschlichen Natur und der Erschaffung eines perfekten, übermächtigen und sogar unsterblichen Neuen Menschen wieder in die öffentliche Diskussion gebracht. • Dabei zeigt ein Blick in die Geschichte, dass das Projekt des Neuen Menschen eine lange Tradition hat. Nirgendwo wurde es freilich mit solcher Radikalität konzipiert – und zeitweise auch zum Ziel staatlicher Politik erhoben – wie in der frühen Sowjetzeit, wo sich schier grenzenlose Wissenschaftsgläubigkeit mit totalitärem Gestaltungswillen verband. • Im Vortrag werden sowohl die damaligen Entwürfe des Neuen Menschen als auch die Verfahren zu seiner »Herstellung« vorgestellt, anschließend werden ihre Bezügen zum modernen Transhumanismus aufgezeigt und kritisch bewertet. Thematisiert wird folgendes: • Verbesserung des Menschenmaterials – Konditionierung, Selektion, Züchtung und Vernichtung; Überwindung der natürlichen Reproduktion – »Menschenproduktion«, »Anthropotechnik«, »Anthropourgie«; Überwindung der Begrenztheit in Raum und Zeit – Omnipräsenz und Unsterblichkeit; Überwindung der Vereinzelung – physiologischer Kollektivismus, Beseitigung der Geschlechtsunterschiede; Erlösung der »Opfer der Geschichte« – Auferweckung der Verstorbenen. ●

➝ ● Michael Hagemeister ist Historiker und Slawist. Zusammen mit Boris Groys ist er Herausgeber des Sammelbandes »Die Neue Menschheit. Biopolitische Utopien in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts.« •

● Die Veranstaltungsreihe wird vom AStA der Universität zu Köln gefördert.

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